Oeconomia
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Ein Dokumentarfilm über die Spielregeln des Kapitalismus, über den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum, Verschuldung und Vermögenskonzentration.

Mit zunehmendem privaten Reichtum/Vermögensansammlung steigt im gleichen Ausmaß die Staatsverschuldung. Mir war der Zwangszusammenhang nicht ganz klar. Damit ausreichend Geld für Kredite im Umlauf ist, damit Unternehmen etwas produzieren können, müssen ausreichend viele Menschen privat Schulden machen. Tun die das nicht, springt der Staat mit Staatsverschuldung ein. Sonst steht nämlich die Mühle der Wirtschaft, wenn alle Kredite zurückbezahlt wurden.

Wenn also heute vermögrnde Menschrn - wie so gerne - auf Staatsverschuldung schimpfen, und mehr privat/weniger Staat fordern, dann verdanken die ihren Reichtum 1:1 den Staatsschulden. Anders ausgedrückt, das private Vermögen der einen sind die Staatsschulden aller.

#Schuldgeld und doppelte Buchführung auf “groß”

Und wenn Personen oder ganze Staaten “überschuldet” sind, werden sie vom Kreditwesen abgekoppelt.

Dann geht gar nix mehr.

Dass sich Staaten aber verschulden müssen, oder auch Einzelpersonen, damit überhaupt Geld im Umlauf sein kann, ist systemimmanent.

Und dass immer mehr ihre Schulden nicht mehr begleichen können, ist Teil des Pyramidenspiels.

In diesem Film wird nur das Schuldgeld behandelt. Von Zinsen und Zinseszinsen ist noch gar nicht die Rede…

Jakob
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Und noch ein ausgezeichneter Beitrag zu diesem Thema!

https://www.arte.tv/de/videos/104840-009-A/kann-geld-aus-dem-nichts-entstehen/

Jakob
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Ich hab noch einmal nachgedacht…

Mein Modell, dass ich mit 1000€ ausleihe und 1100€ zurückbezahlen muss daher muss jemand 1100€ ausleihen, damit ich meine 1000€ + die 100€ Zinsen wieder zurückbezahlen kann, stimmt nicht.

Es muss jemand die 100€ meiner Zinsen ausleihen, damit im Kreislauf ich die 1100€ zusammenbekomme um meinen Kredit wieder zurückbezahlen zu können.

Und irgendjemand muss das 10€ ausleihen bei der Bank, damit der mit den 100€ 110€ zurückbezahlen kann…

Am Ende muss aber trotzdem irgend jemand auf der Welt entweder für einen Hungerlohn ansich kostenlose Rohstoffe der Erde entreißen, damit die Zinsen (das was das Geld ja “gearbeitet” hat) erwirtschaftet werden können.

Soweit, so gut.

Dieses Szenario ist jetzt nicht ganz so bedrohlich, wie ich ursprünglich geschildert habe. Auch wenn es trotzdem eine Umverteilung von fleißig nach reich ist. Zinseszins macht es etwas dramatischer.

Aber was das große Problem bei der Angelegenheit ist, ist mir jetzt im folgenden klar geworden, nachdem ich Oeconomia noch einmal angesehen habe:

Wenn Menschen aus diesem Kreislauf Geld zu horten beginnen.

Ich leihe mit 1000€ aus und muss 1100€ zurückbezahlen. Irgendjemand bekommt im Kreislauf diese 1000€ und legt 500€ zur Seite. Die sind auf seinem Konto gutgeschrieben. Also muss jemand 100€ für meine Zinsen und jemand anderer (oder der gleiche) 500€ für das zur Seite gelegte Geld als Kredit aufnehmen, damit diese Geldmenge wieder im Kreislauf verfügbar ist, damit ich meinen Kredit + Zinsen zurückzahlen kann.

Klar, werden die 500€, die jemand auf der Bank zur Seite gelegt hat, auch wieder verliehen. Aber bis zu 5x. Es entstehen also 2000€ zusätzliche Schulden, die irgendjemand erwirtschaften muss, zusätzlich noch die dafür anfallenden Zinsen.

Und hier ist der Hund begraben. Jemand hortet 500€ und die Bank kann aus diesem vorhandenen Geld 2000€ zusätzliche Geldmenge/Schulden produzieren, wovon wieder ein Teil gehortet werden wird, woraus wieder ein Vielfaches ans Geldmenge/Schulden produziert werden können.

Die große Krux ist

  • Banken können mehrfach ihre Einlagen verleihen (Geld aus dem Nichts)
  • Banken können aus dem Nichts Geld erzeugen
  • Geldakkumulation auf Sparkonten/privatem (der Öffentlichkeit entzogen = geraubt im lateinischen Wortsinne) Vermögen.

Genau DAS was einige anhäufen fehlt auf der anderen Seite jenen die Überschuldet sind.

Und am Ende ist jemand der Depp, der “nicht wirtschaften kann” und keinen Kredit mehr bekommt. So werden Einzelpersonen, Organisationen und ganze Staaten vom Kreditvergabesystem abgeknipst, und verarmen vollkommen mit einer nie mehr zurückbezahlbaren Schuldenlast. (Aktuell droht gerade Tunesien dieses Schicksal). Dabei geht es gar nicht anders. Die Vermögenswerte dieser Menschen, Organisationen und Staaten können dann billigst unter den Gläubigern aufgeteilt werden und so deren Anlagevermögen noch erhöhen.

Wenn man dieses Spiel bis zum Ende durchdenkt, bleibt eine Handvoll Menschen oder Organisationen übrig, denen der gesamte Planet, incl. der Menschen (Schuldner haben ja alle Rechte verwirkt, da sie ja Schuld(en) haben!) gehört. Sie sind nicht nur Besitzer, sie sind sogar die Eigentümer der Welt.

Und wenn man sieht, wie sich Vermögen bei einigen wenigen akkumuliert, und wie es immer schneller geht seit der Abschaffung der goldgedeckten Währungen… kann man schon Zweifel bekommen, ob unser Geldsystem so der Burner ist.

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